Die ersten Wochen
Seit knapp einem Monat studiere ich an der Akademie für Fotografie und die Zeit ist bisher nur so verflogen. Das tägliche Pendeln und der Unterricht tragen sicher dazu bei, aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich unglaublich viel Spaß am Studium habe.
Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll, denn in den letzten Wochen ist so viel passiert. In den ersten zwei Wochen haben wir alle Basics rund um Kamera und Fotografie angeschnitten (Technik, Licht, Bildbearbeitung uvm). Dabei arbeiten wir sowohl digital als auch analog. Da mein Semester nur aus fünf Leuten besteht, ist der Unterricht immer sehr persönlich und ich kann schnell Feedback bekommen.
Ich habe rund um die Uhr Zugang zu den Räumlichkeiten und kann Studio sowie Equipment unkompliziert buchen, um eigene Projekte umzusetzen. Mitte Mai hatte ich mein erstes Shooting im Studio der Akademie mit @hubag. Ich merke, wie ich mit jedem Modeshooting dazulerne und Dinge, die zuvor nicht geklappt haben, immer besser hinbekomme. Eine Lernkurve, die ohnehin nie endet und irgendwie gefällt mir genau das.
Über die letzten Wochen habe ich mit den verschiedensten Analogkameras gearbeitet, darunter mit Kleinbild, Mittelformat und Großformat. Wir haben unser eigenes SW Labor und es wird auch auf Farbe aufgerüstet. Alle Bilder sind von mir selber fotografiert, entwickelt, gescannt und bearbeitet.
FOMA Fomapan 100 135 (Kleinbild, 35mm)
KODAK Gold 200 120 (Mittelformat, 6×6cm)
Ilford HP5 Plus 400 SW Film (Großformat)
Es ist wirklich eine ganz andere Herangehensweise an die Fotografie. Großformatkameras sind eigentlich total „simpel". Das Licht fällt durch den Verschluss auf ein lichtempfindliches Papier und wird somit festgehalten. Meist ist die Kamera auf einem Stativ, bei der man sich ein schwarzes Tuch über den Kopf ziehen muss, um überhaupt etwas zu sehen. Kein schnelles Draufhalten, kein Serienfeuer und kein Autofokus. Stattdessen lädt man einzelne, teils riesige Filmblätter (4×5 inches = 10,2×12,7 cm) ein und denkt bei jedem Bild zweimal nach, bevor man abdrückt. Alleine an diesem Bild hier hat der Prozess von Idee, Umsetzung und Digitalisierung mehrere Stunden gedauert. Die Qualität der Ergebnisse ist so hoch, dass sie locker mit modernen Kameras mithalten könnten, wäre da nicht der Aufwand und die Anfälligkeit von Film.